Erbschleicherei durch Anrechnungsbestimmungen

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Nicht nur im tatsächlichen, sondern auch im komplizierten, rechtlichen Bereich gibt es Möglichkeiten für Erbschleicher. Eine schwierige Situation kann eintreten, wenn Eltern durch ein erbschleichendes Kind dazu gebracht werden, ein anderes Kind zu benachteiligen. Dies kann dadurch geschehen, dass die Eltern dazu veranlasst werden, eine sog. nachträgliche Anrechnungsbestimmung zu treffen. Dies hat folgende rechtliche Auswirkung: das Kind, das Schenkungen erhalten hat, muss sich diese auf den Erbteil anrechnen lassen, auch wenn es damit bei Erhalt der Schenkung nicht rechnen musste. Wenn nur das eine Kind mit der Anrechnungsbestimmung belastet ist, hat das erschleichende Kind einen erheblichen Vermögensvorteil im Erbfall. In einem Fall in Norddeutschland hat es ein Kind geschafft, die Eltern im Rahmen eines Ehegattentestaments dazu zu bringen, eine solche nachträgliche Anrechnungsbestimmung für eine bestimmte Immobilie aufzunehmen zum Nachteil des anderen Kindes. Damit hat das erbschleichende Kind einen erheblichen Vorteil im Rahmen der Erbengemeinschaft erhalten.

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