Erbschleicherei durch Urkundenunterdrückung

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Ein häufiges Problem bei Erbschleicherei ist, dass Erbschleicher Testamente verschwinden lassen, um die Rechtsstellung der eigentlichen Erben zu verschlechtern. Klassisch ist dabei die Situation, dass ein Erblasser keine gesetzlichen Erben mehr hat und z. B. einen nichtverwandten Freund in einem Testament als Erben einsetzt. Später gelingt es dann dem Erbschleicher ein neues Testament zu erhalten. Im Nachlassverfahren müsste das Nachlassgericht dann beide Testamente prüfen und das Testament zugunsten des Erbschleichers könnte angegriffen werden. Hiervor schützen sich Erblasser, indem sie das alte Testament vernichten. Kann der nichtverwandte Freund das alte Testament dem Nachlassgericht nicht vorlegen, so wird er ggf. gar nicht im Nachlassverfahren beteiligt und kann nicht gegen den Erbschleicher vorgehen. In einem Fall in Norddeutschland haben Nachbarn einen solchen Fall dokumentiert. Eine Putzfrau, die sich von einem älteren Herren als Erbin einsetzen ließ, nahm aus dessen Haus den Ordner mit dem alten Testament nach dessen Tod mit. Das alte Testament zugunsten einer Jugendfreundin ist nicht mehr auffindbar.

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