Erbvertrag als Schutz vor Erberschleichung

Artikel gespeichert unter: Allgemeine Hinweise


Eine Erberschleichung kann vermögensmäßig benachteiligen, wenn (1) der Erbschleicher einen Vermögensvorteil in einem Testament erhält oder (2) zu Lebzeiten des Erblassers Vermögen – beispielsweise im Wege einer Schenkung – erhält. Beides kann durch einen Erbvertrag begrenzt werden. Denn in einem Erbvertrag binden sich beide Vertragsteile an die dortigen Regelungen. Insbesondere der spätere Erblasser ist hierdurch beschränkt, da er einerseits kein neues Testament fertigen kann, andererseits auch sog. beeinträchtigende Schenkungen unzulässig sind. Letzteres bedeutet, dass der spätere Erblasser zwar zu Lebzeiten über sein Vermögen frei verfügen kann, allerdings nicht unentgeltlich, wenn er hierdurch den Vertragserben beeinträchtigt. Der benachteiligte Vertragserbe kann dann im Erbfall das geschenkte Vermögen von dem beschenkten Erblasser zurückverlangen. In einem Fall in Hessen hatte der Vater seiner neuen Ehefrau hälftiges Immobilieneigentum geschenkt. Diese Ehefrau hatte seine Tochter vor ihm schlecht geredet und ihn überzeugt, dass sie das Vermögen erhalten solle. Der Erblasser war allerdings gegenüber seiner Tochter, der Alleinerbin, erbvertraglich gebunden. Die Tochter konnte dann das hälftige Immobilieneigentum nach dem Tod des Vaters von der Erbschleicherin zurückfordern.

Haben Sie Fragen? E-Mail an das Forschungsinstitut

« Zerstörung des Lebenswerks eines Unternehmers durch Erbschleicher     Erberschleichung nach dem Erbfall durch Kontoabhebungen »

Themen

Links

Feeds