Pflichtteilsansprüche gegenüber Erbschleichern

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Häufig gelingt es einer Erbschleicherperson eine verwitwete Person zu beeinflussen und diese dazu zu bewegen, den Erbschleicher als Alleinerben einzusetzen. Viel zu oft kapitulieren dann die Kinder des Erblassers und akzeptieren zu schnell, dass der Erbschleicher Alleinerbe geworden ist und sie keine Ansprüche haben. Tatsächlich sind jedenfalls Kinder über das gesetzliche Pflichtteilsrecht der §§ 2303 ff. BGB geschützt. In der Praxis werden diese Rechtsansprüche aber meist nicht ausreichend gegenüber dem Erbschleicher durchgesetzt. In einem Fall aus Bayern hatte sich der Erbschleicher schlichtweg geweigert, eine vollständige Auskunft zu erteilen. Es musste geklagt werden. Im Rahmen dieser Klage können nicht nur Auskünfte über Bestand und Wert des Nachlasses verlangt werden, sondern auch die Aufnahme der Informationen in ein notarielles Nachlassverzeichnis. Ebenso können Informationen über lebzeitige Übertragungen abgerufen werden. In Einzelfällen gelingt es dann nachzuvollziehen, dass sich der Erbschleicher aufgrund von eigenmächtigem Handeln zu Lebzeiten des Erblassers wegen einer Untreue nach § 266 StGB strafbar gemacht hat. Denn ist in der Folge zu prüfen, ob der Erbschleicher nicht erunwürdig geworden ist.

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