Testamentsvollstreckung als Indiz für Erberschleichung

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Die Testamentsvollstreckung ist ein in der Praxis häufig sinnvolles Gestaltungsmittel in einem Testament um den Streit im Rahmen einer Erbengemeinschaft zu vermeiden oder die Abwicklung des Nachlasses zu erleichtern. Auch Erbschleicher bedienen sich allerdings der Testamentsvollstreckung und zwar einmal, wenn es ihnen nur gelingt, die Erblasserperson zu motivieren, einen Teil des Erbes an den Erbschleicher zu geben, oder wenn der Erbschleicher als Alleinerbe eingesetzt ist und die Familie wenigstens Pflichtteilsansprüche geltend machen kann. In diesen Fällen muss geprüft werden, ob nicht nur gegen den Erbschleicher, sondern auch gegen den Testamentsvollstrecker vorgegangen werden muss / kann, wenn es sich um eine dritte Person handelt. In einem Fall aus Hamburg hatte es eine Tochter geschafft, sich zum Nachteil der Schwester von ihrem dementen Vater als Alleinerbin einsetzen zu lassen. Hierbei half ihr ein Rechtsanwalt, der dann auch als Testamentsvollstrecker eingesetzt wurde und der Erbschleicherin half, den Nachlass an sich zu bringen. Die benachteiligte Tochter muss nun gegen die Erbenstellung der Schwester, den Testamentsvollstrecker und parallel im Hinblick auf ihre Pflichtteilsansprüche tätig werden.

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