Artikel unter 'Allgemeine Hinweise'

Erbschleicherei bekämpfen bei Adoption und Heirat

Oftmals versuchen Erbschleicher sich eine starke Position dadurch zu holen, indem die betroffene Person geheiratet wird oder man sich von dieser Person adoptieren lässt. Diese Maßnahmen haben viele Vorteile:

- Stellung als gesetzlicher Erbe
- abgesichert durch Pflichtteilsanspruch
- Reduzierung der Pflichtteilsquote anderer Erbprätendenten
- höhere Steuerfreibeträge
- Beteiligten- und Verfahrensrechte in Gerichtsverfahren.

Viel zu häufig werden Adoption und Heirat durch die benachteiligten Verwandten akzeptiert. Dabei können beide Situation selbst nach dem Erbfall noch bekämpft werden.

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Erbschleicherei nach plötzlichen, unerwarteten Ereignissen

Erbschleicherei ist häufig ein längerer, kontinuierlicher Prozess über mehrere Monate oder Jahre. Allerdings gibt es auch Fälle, in denen ein plötzliches, unerwartetes Ereignis dazu führt, dass es einem Erbschleicher gelingt, sich an eine Person anzudocken. Ein Beispiel ist ein plötzlicher Todesfall, so insbesondere, wenn bei einem älteren Ehepaar ein Ehegatte verstirbt und der andere Ehepartner dann alleine und hilflos ist. Erbschleicherei gibt es vor allem in solchen Fällen, in denen der Ehepartner, der das Leben der Eheleute “gemanaged” hat, zuerst wegfällt und der Übriggebliebende seinen Alltag nicht mehr bewältigen kann. Auch eine bevorstehende lebensbedrohliche Diagnose oder eine plötzliche Verschlechterung des Allgemeinzustands kann Erbschleicherei begünstigen, ebenso wie ein heftiger Streit in der Familie oder die Anregung einer gesetzlichen Betreuung.

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Organisationen als Erbschleicher

Ein Problem, das in Deutschland viel zu wenig Beachtung erhält, ist, dass gerade Organisationen, die mit guten Zwecken werben, der Versuchung der Erberschleichung erliegen. Es gibt unzählige Beispiele: vom religiösen Bereich, zum Tierschutz, zum Kinderschutz, im medizinischen Bereich, im Seniorenbereich, in der Forschung und Wissenschaft, in Bezug auf Kunst und Kultur. Alle Organisationen sind dazu berufen, Geld einzusammeln und leider gibt es immer wieder Mitarbeiter/-innen, die sich als Erbschleicher profilieren und gerade ältere, allein stehende Menschen dazu bringen, ihr Vermögen “einem guten Zweck” zu vererben. Dies geschieht auch vielfach mit unlauteren Mitteln.

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Der unerwartete Erbschleicher

Es gibt viele Fälle, in denen die Familie nicht mit einem Erbschleicher rechnet. Der Autor kennt auch Fälle, in denen der spätere Erblasser eine frühere Erbschleichersituation verdrängt hat. Es gibt beispielsweise die Situation, dass ein älterer Mensch von einem Erbschleicher dazu überredet wird, ein Testament und eine Vorsorgevollmacht zu machen. Später bricht dann der Kontakt ab. Der ältere Mensch veranlasst in der Folge nichts und vergisst Testament und Vorsorgevollmacht (ggf. weil er bereits gesundheitlich angeschlagen ist). Im Erbfall kann sich dann herausstellen, dass dieses erschlichene Testament vorliegt bzw. der Erbschleicher ohne Wissen des älteren Menschen von der Vorsorgevollmacht Gebrauch gemacht und das Bankkonto abgeräumt hat.

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Erbschleicherei bei Versicherungen

Lebens- und Rentenversicherungen bzw. vergleichbare Produkte bieten Erbschleichern eine gute Möglichkeit sich Vermögen anzueignen. Denn solche Versicherungen laufen zumeist außerhalb der normalen Erbfolge, sodass ein Angriff auf das gesetzliche oder testamentarische Erbrecht durch den Erbschleicher nicht erforderlich ist. Er muss den Versicherten nur dazu bewegen, mit einer Unterschrift das Bezugsrecht zugunsten des Erbschleichers zu ändern.

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Erbschleicherei und Vorsorgevollmacht

Wir weisen auf den aktuellen Fernsehbeitrag von Rechtsanwalt Prof. Dr. Wolfgang Böh in der Sendung Report Mainz (ARD, 20.06.2017, 21.45 Uhr) hin. Der Fernsehbeitrag bezieht sich auf Erberschleichung mittels Vorsorgevollmacht und ist in der Mediathek unter folgendem Link erreichbar:

https://www.swr.de/report/erben-bleiben-draussen-wie-erbschleicher-ganz-legal-leibliche-erben-um-ihren-anteil-bringen/-/id=233454/did=19525912/nid=233454/1p1vajw/index.html

Ein ausführliches Interview mit Rechtsanwalt Prof. Dr. Wolfgang Böh ist unter folgendem Link abrufbar:

https://www.swr.de/report/report-mainz-fragt-prof/-/id=13839326/did=19752560/nid=13839326/aziu9t/index.html

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Erbschleicherei und Testamentsvollstreckung

Im Rahmen einer Testamentsgestaltung ist die Einrichtung einer Testamentsvollstreckung vielfach eine sinnvolle Regelung. Allerdings kann bei einer unbedachten Regelung die Testamentsvollstreckung auch zu einem Instrument für Erbschleicher werden. Hieran denken zukünftige Erblasser kaum. Der häufigste Fall ist der, dass das Erbe an mehrere Kinder zu gleichen Teilen gehen soll und die Eltern dann ein Kind als Testamentsvollstreckung mit der Nachlassverteilung beauftragen. Dieses Kind ist dann kaum angreifbar und es gelingt ihm nicht selten aufgrund seiner Stellung als Testamentsvollstrecker sich als Erbschleicher zu betätigen. Dies geschieht beispielsweise dadurch, dass der Testamentsvollstrecker sich in unzulässiger Art und Weise Nachlassvermögen zueignet oder sogar die anderen Miterben “erpresst”, indem er den Nachlass einfach nicht verteilt, bis eine ihm genehme Lösung akzeptiert worden ist.

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Erbschleicherei und nichteheliche Lebensgemeinschaft

Die Rechtsprechung hat für den Bereich der sog. nichtehelichen Lebensgemeinschaft, also zusammenlebende Paare ohne Eheschließung, klare Rechtsgrundsätze entwickelt. Tatsächlich ist es aber im Fall einer Trennung für die Beteiligten meistens sehr schwierig, solche vermögensrechtlichen Ausgleichsansprüche geltend zu machen, zum Beispiel, weil es Beweisschwierigkeiten gibt. Darüber hinaus gibt es gerade bei solchen nichtehelichen Lebensgemeinschaften viele Erbschleicherfälle. Dem Unterzeichner sind mehrere Fälle bekannt, in denen gerade ältere Männer von jüngeren Frauen in einer solchen Beziehung beeinflusst und dazu gebracht werden, zum Beispiel die Kinder aus einer früheren Beziehung zu enterben oder Vermögen zu Lebzeiten an die jüngere Frau zu übertragen.

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Das unerwartete Testament bei Erbschleicherei

In vielen Fällen wird die Erbschleicherei erst erkannt, wenn nach dem Erbfall das Testament zugunsten des Erbschleichers auftaucht. Dabei kann es zu dem zusätzlichen Problem kommen, dass die Familie über einen längeren Zeitraum davon ausgeht, dass gesetzliche Erbfolge gilt und als Erbe handelt. Erst später legt dann der Erbschleicher das Testament vor. In solchen Situationen besteht eine enorme Haftung der “falschen Erben”. Dem Unterzeichner sind Fälle bekannt, in denen Testamente erst Monate nach dem Erbfall vorgelegt werden.

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Hinweis auf ZDF-Sendung

Wir möchten Sie auf folgende Sendung in der ZDF-Mediathek hinweisen:

https://www.zdf.de/gesellschaft/sonntags/geschwisterliebe-100.html

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