Artikel unter 'Anlaufstelle für Erbschleicheropfer'

Erbschleicher – Isolierung

Ein typischer Trick der Erbschleicher ist, dass sie den potentiellen Erblasser von der Außenwelt isolieren. Dies fängt meistens schon bei Telefongesprächen an. Die Telefongespräche werden oft deswegen in einer komischen Form geführt, weil der potentielle Erbschleicher daneben steht und dem älteren Menschen zuhört. Meist fängt es damit an, dass die Telefongespräche immer kürzer werden oder eines Tages ganz aufhören und der Erbschleicher ans Telefon geht und sagt, der Erblasser ist krank und kann nicht ans Telefon gehen. Gegebenenfalls muss man mit einem Besuchsverbot bzw. einer einstweiligen Verfügung als Notmaßnahmen arbeiten, damit der Erbschleicher den Erblasser nicht mehr besuchen kann.

Zeigen sich derartige Anzeichen, so sollte sofort ein Expertenrat herbeigeholt werden und zwar von Rechtsexperten, die in der Praxis derartige Fälle bearbeiten. Gegebenenfalls muss man mit Besuchsverbot, Hausverbot und einstweiligen Verfügungen – eine Notmaßnahme, die durch das Gericht angeordnet werden kann arbeiten – damit der Erbschleicher den Erblasser nicht mehr besuchen kann.

Wir kennen sehr sehr viele Fälle, bei denen ein sofortiges Haus- und Besuchsverbot mit der Konsequenz einer Strafanzeige bei wiederholten Besuchen schon geholfen hat.

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ERBSCHLEICHER – TESTAMENTSANFECHTUNG

Nach § 2080 des Bürgerlichen Gesetzbuches kann jemand ein Testament anfechten, um die Rechtswirkung des Testaments zu vernichten.

Anfechtungsberechtigt ist immer derjenige, der einen Vorteil daraus zieht, dass das Testament angefochten wird. Im Rahmen des Anfechtungsverfahrens muss also der Anfechtungsgrund dargelegt werden. Zu den Anfechtungsberechtigten zählen die von Gesetz vorgesehenen Erben, die Ersatzerben sowie die Vorerben. Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Jahresfrist, die ab dem Zeitpunkt läuft, ab dem der Anfechtungsgrund dem Anfechtenden bekannt wurde (§ 2082 BGB). Damit die Form und die Frist eingehalten wird und auch die entsprechenden Gründe vorliegen, sollte unbedingt ein Rechtsexperte eingeschalten werden. Zu bedenken ist auch, dass durch die Anfechtung eventuell ein vorheriges Testament wirksam wird, das für den Anfechtenden auch schlechter sein kann.

Nach § 2078 BGB wird die Anfechtung eventuell deswegen möglich sein, weil der Erblasser über den Inhalt des Testaments im Irrtum war oder ein Testament mit diesem Inhalt überhaupt nicht abgeben wollte und anzunehmen ist, dass er das Testament bei Kenntnis der Sachlage nicht abgegeben hätte.

Eine Anfechtung ist auch möglich, soweit der Erblasser zu der Verfügung durch die irrige Annahme oder Erwartung des Eintritts oder Nichteintritts eines Umstandes oder widerrechtlich durch Drohung bestimmt worden ist.

Zur Klarstellung ist darauf hinzuweisen, dass die Anfechtung nicht durch den Testamentsersteller (den Erblasser) erfolgen kann, sondern anfechtungsberechtigt beim einfachen Testament ist der Dritte, für den die Aufhebung des Testaments einen Vorteil bringen würde. Die typischen Anfechtungsfälle in der Praxis sind die Anfechtungsfälle, weil sich die gesetzlichen Erben übergangen fühlen. Dies kann einmal dadurch geschehen sein, dass sie als Erbe völlig ausgeschlossen wurden oder dass ihnen einfach ein so geringer Teil zugeteilt worden ist, dass sie sich übergangen fühlen. Interessant ist im Rahmen der Erbschleicherproblematik ist der Motivirrtum, der sehr leicht für die Anfechtung führen könnte, wenn die entsprechenden Fakten bekannt sind. Fälle, die hierunter fallen, sind Fälle, bei denen der Erblasser jemanden als Alleinerben eingesetzt hat, in der Hoffnung, dass er bis zum Lebensende gepflegt wird und in Wirklichkeit der Erblasser nur das Testament abwartete und ihn sodann überhaupt nicht mehr pflege, betreute oder besucht. Hierunter fallen auch die Fälle, die in der Erbschleicherpraxis bekannt sind, dass Erbschleicher Erblasser über Fehlverhalten von Kindern täuschen, beispielsweise behaupten sie, dass die Kinder den Erblasser nicht mehr besuchen möchten und in Wirklichkeit Telefon- und Besuchskontakte des Erblassers verhindert wurden.

Derartige Täuschungshandlungen können ebenfalls zu einer Anfechtung führen.

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Was tun bei Erbschleicherei?

Selbst eine gute Vorsorge im Rahmen einer Standardrechtsberatung schützt häufig nicht vor einer Erbschleicherei. Typischerweise denken insbesondere Eheleute, sich mit einem Ehegattentestamet (meist “Berliner Testament”) abzusichern und den überlebenden Partner zu binden. Tatsächlich darf dieser kein neues Testament mehr erstellen. Lebzeitig kann er aber dennoch in Grenzen frei verfügen. Häufig erlebt der Autor als Rechtsexperte in diesem Bereich Fälle, in denen der überlebende Ehegatte einen neuen Partner bzw. eine neue Partnerin kennenlernt und diese Person dann als Erbschleicher auftritt. Es wird dann versucht, das ursprüngliche Ehegattentestament auszuhebeln, das häufig die Kinder aus der Ehe oder nahe Verwandte letztbegünstigt. Dies gelingt Erbschleichern auf vielfältige Art und Weise und beginnt meistens damit, dass der überlebende Ehegatte von der Familie isoliert wird. Besuche und Telefonkontakte werden unterbunden. Die Verwandtschaft wird schlecht geredet. Meistens ist der überlebende Ehegatte gesundheitlich angeschlagen und von dem neuen Ansprechpartner abhängig und stellt diesem eine Vorsorgevollmacht aus. Damit wird dann das Vermögen wegübertragen und verschoben. Ggf. folgt dann noch eine Heirat, um ein gesetzliches Erbrecht bzw. jedenfalls einen Pflichtteilsanspruch für die Erbschleicherperson zu schaffen. In all diesen Fällen muss die Familie sofort reagieren und konkrete Maßnahme einleiten, um die Erberschleicherung zu begrenzen.

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Erbschleicheropfer-Anlaufstelle

Die Erbrechtsstiftung hat aufgrund der extremen Zunahme von Anfragen durch von Erbschleicherfällen betroffenen Personen eine zentrale Anlaufstelle für Erbschleicheropfer eingerichtet. Die Betroffenen erhalten im Notfall rechtzeitige Hilfe von in der Anlaufstelle tätigen Ärzten, Juristen und anderen Fachleuten. Gerade zu den medizinischen Fragen der Errichtung eines Testaments unter dem Einfluss von psychischer Gewalt, von durch Personen erzeugte physische, psychische oder tatsächliche Abhängigkeit oder von Medikamenten gibt es wenig veröffentlichtes Hintergrundwissen, welches den von Erbschleichern betroffenen Personen weiterhelfen kann. Die Erbschleicheranlaufstelle wird von dem deutschlandweit tätigen Experten für Erbschleicherfälle Herrn Rechtsanwalt Prof. Dr. Thieler aus München geleitet.

 

Die Adresse der Erbschleicheranlaufstelle ist die Finkenstr. 33 in 82166 Graefelfing

Telefonnummer: 089/ 742 999 05

Email an erbschleicheropfer-anlaufstelle@web.de

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