Artikel unter 'Geschädigte'

Schuldscheine

In der Praxis erreichen uns immer wieder Fälle, bei denen durch die Erbschaft betrogene Erbschleicheropfer schildern, dass sie völlig entsetzt sind, weil hier nunmehr Papiere aufgetaucht sind, die sie dem Erblasser seinerzeit im Vertrauen gegeben haben und nie damit rechneten, dass die Papiere irgendwann einmal in die Realität umgesetzt werden.

Der Erbschleicher hat sich durch kriminelle Absichten die Erbschaft „unter den Nagel gerissen“. Es hat hier nicht nur um Schuldscheine (bezüglich Geldbeträgen, die man nie geschuldet hat) oder irgendwelche Erklärungen oder Vereinbarungen, die der verstorbene Angehörige – egal aus welchem Grund – pro forma ggf. auch um Steuern zu sparen, getroffen worden sind und in Wirklichkeit Scheingeschäfte waren, sondern es geht hier um jegliche Art von Erklärungen, die nur aus Vertrauen dem Erblasser gegenüber gegeben wurden und bei denen man nie rechnete, dass diese einmal in die Hände eines Erbschleichers kommen könnte. Nachdem dies aber in fast jedem Erbfall geschehen kann, sollte man mit derartigen Erklärungen, die vertraulich gegeben werden können oder pro forma gegeben werden, vorsichtig sein. Wenn diese in falsche Hände geraten, können diese verheerende Auswirkungen haben.

Der Betroffene wird sodann meistens in einem Gerichtsverfahren zur Zahlung verklagt. Er muss für Schulden, die er nie hatte, bezahlen. Es ist daher empfehlenswert, das Risiko derartiger Vereinbarungen oder Schuldscheine oder sonstigen Erklärungen überhaupt nicht zu produzieren, da das Risiko gerade in Erbschleicherfällen fatal sein kann.

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Was tun bei Erbschleicherei?

Selbst eine gute Vorsorge im Rahmen einer Standardrechtsberatung schützt häufig nicht vor einer Erbschleicherei. Typischerweise denken insbesondere Eheleute, sich mit einem Ehegattentestamet (meist “Berliner Testament”) abzusichern und den überlebenden Partner zu binden. Tatsächlich darf dieser kein neues Testament mehr erstellen. Lebzeitig kann er aber dennoch in Grenzen frei verfügen. Häufig erlebt der Autor als Rechtsexperte in diesem Bereich Fälle, in denen der überlebende Ehegatte einen neuen Partner bzw. eine neue Partnerin kennenlernt und diese Person dann als Erbschleicher auftritt. Es wird dann versucht, das ursprüngliche Ehegattentestament auszuhebeln, das häufig die Kinder aus der Ehe oder nahe Verwandte letztbegünstigt. Dies gelingt Erbschleichern auf vielfältige Art und Weise und beginnt meistens damit, dass der überlebende Ehegatte von der Familie isoliert wird. Besuche und Telefonkontakte werden unterbunden. Die Verwandtschaft wird schlecht geredet. Meistens ist der überlebende Ehegatte gesundheitlich angeschlagen und von dem neuen Ansprechpartner abhängig und stellt diesem eine Vorsorgevollmacht aus. Damit wird dann das Vermögen wegübertragen und verschoben. Ggf. folgt dann noch eine Heirat, um ein gesetzliches Erbrecht bzw. jedenfalls einen Pflichtteilsanspruch für die Erbschleicherperson zu schaffen. In all diesen Fällen muss die Familie sofort reagieren und konkrete Maßnahme einleiten, um die Erberschleicherung zu begrenzen.

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Erbschleichertäter – oftmals verdrängte Kindheitsneurosen

Oftmals können wir bei der Beratung von Erbschleicheropfern feststellen, dass die Täter teilweise die Erbschleicherei auch dazu hernehmen, um alte Kindheitsrachegedanken zu vollstrecken.
Wir kennen viele Fälle, in denen das Täterbild fast immer das gleiche ist:
Der Sohn oder die Tochter fühlen sich in der Kindheit vernachlässigt. Diese Vernachlässigung zeichnet sich auch durch geringe berufliche oder private Erfolge aus. Diese Situation wird kompensiert, indem der Erbschleicher sich an die Mutter der an de Vater, der dement ist, heranschleicht, ihn versteckt und nach außen gegenüber seinen Geschwistern, von denen er sich immer benachteiligt fühlt, zeigt, dass er jetzt Macht über den Elternteil hat. Diese Macht wird dann ausgekostet bis zur völligen Ergreifung der ganzen Erbschaft. Zur Demonstration der Macht gehören auch Besuchsverbote, Telefonverbote und ähnliches.
Oftmals fragen wir uns in derartigen Fällen, ob es nicht sinnvoll wäre, auch ein Gutachten über die Zurechnungsfähigkeit des Erbschleichers einzuholen, weil auch daran die Wirksamkeit der Vertragsgestaltung scheitern könnte.

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Erbschleicher – Geschädigte fehlen

Die Erbschleicherfälle unterscheiden sich von den anderen Kriminalfällen dadurch, dass oftmals die Geschädigten fehlen, die die Fälle publik machen oder die Staatsanwaltschaft einschalten würden. Hintergrund ist, dass oftmals nur entfernte Verwandte existieren, die mit einer Erbschlaft gar nicht rechneten. Oftmals liegt es auch daran, dass die Angehörigen zwischenzeitlich so verleumdet und beleidigt wurden, dass sie den Kontakt zum Erblasser abgebrochen haben. Wir kennen viele Fälle, bei denen gerade die alten Menschen so aufgehetzt wurden, dass sie selbst anfangen, die Angehörigen zu beleidigen und zu verleumden. Wir kennen Fälle, bei denen eine Frau von heute auf morgen auf einmal einen Brief bekam, dass ihre Mutter jeden Kontakt ablehnt. Die Erben, die dann so diffamiert oder vom Erblasser entzweit wurden, denken oftmals, dass es normal ist, dass sie jetzt nicht erben und sehen gar nicht, dass sich ein Erbschleicher wie eine Zecke an den Erblasser herangepirscht hat und gerade anfängt, diesen auszusaugen. Die Stiftung ist bereit, auch in derartigen Fällen sofortige Ratschläge zu erteilen.

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