Artikel unter 'Testament'

Betreuer – Testament

Es wird immer wieder festgestellt, dass Betreuer, die letztendlich ein staatliches Amt übertragen bekommen, dieses Amt dazu ausnutzen, um sich als Erbe einzusetzen.
Die Ungleichbehandlung der Angestellten in einem Altenheim mit den amtlich bestellten Betreuern dürfte verfassungswidrig sein. Im Rahmen der Erbschleicherei muss berücksichtigt werden, dass Betreuer, wenn sie ihr Amt ausnutzen und einen Testierunfähigen als Erben einsetzen, sich eventuell der Untreue strafbar machen, da sie den Testierenden als wehrloses Werkzeug gegen sich selbst einsetzen.
In einem vom OLG Celle entschiedenen Fall lagen die Handlungen von zwei Betreuern zu Grunde (Rechtsanwälte). Die Betreuer hatten die testierunfähigen Senioren dazu veranlasst, sie als Erben bzw. Vermächtnisnehmer einzusetzen. In diesem Fall ging das Gericht von der Möglichkeit aus, dass dieses Verhalten den Tatbestand der Teilnahme an einer Untreue nach Maßgabe der §§ 266 II, III, 27, 28 I StGB erfüllt.
Ein Betreuer kann sich in derartigen Fällen auch nicht herausreden, dass durch den Tod des Betreuten die Vermögensbetreuungspflicht im Sinne von 266 I StGB endet. Die Vermögensbetreuungspflicht wirkt auch über den Tod des Betreuten hinaus.

Haben Sie Fragen? E-Mail an die Erbrechtsstiftung

Erbschleicher – Testament massenweise

Aus der Praxis ist nicht bekannt, dass viele ältere Menschen oftmals gar nicht den Willen haben, ein Testament zu errichten. Es gibt hier auch sehr trickreiche Erblasser, die in Wirklichkeit mit dem Testament die betreffende Person an sich binden wollen. Genauso schnell wie sie die Person an sich binden wollen, wollen sie die nächste Person, die ihnen in irgendeiner Person gefällig ist oder die sie benötigen, mit einem neuen Testament an sich binden. In der Rechtsprechung sind diese Testamentsproduzenten bekannt. Gerade diese Situation kann allerdings auch ein ganz ernster Hinweis darauf sein, dass der Erblasser überhaupt nicht mehr testierfähig ist, weil er überhaupt nicht mehr den Willen hat, über sein Vermögen zu verfügen, sondern sein Wille besteht ausschließlich darin, einen Menschen zu binden und andere zu bestrafen. Gerade diese Fälle kann man relativ leicht bei Gericht nachweisen, wenn entsprechende Zeugen für dieses Verhalten vorhanden sind.
Auch in diesem Fall ist die Stiftung gerne bereit, Aufklärungen für betroffene Angehörige zu leisten. Es muss immer wieder darauf hingewiesen werden, dass ein Abwarten bei der ersten Vermutung nur schädigend sein kann. Den einzigen Hinweis, den wir wirklich geben können, ist, hier in dieser Hinsicht sofort zu handeln, Fakten zu sammeln, die Namen von Menschen zu sammeln, die mit dem Erblasser zusammen waren und die später diese abstruse Verhaltensweise bestätigen können.

Haben Sie Fragen? E-Mail an die Erbrechtsstiftung

neuere Beiträge


Themen

Links

Feeds