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Testamentanfechtungsgründe

Aus §§ 2078 ff. BGB ergibt sich, dass ein Testament angefochten werden kann, wenn der Erblasser sich im Erklärungs- oder Inhaltsirrtum befand.

Unter Inhaltsirrtum versteht man, dass die Vorstellung, die sich der Erblasser von dem Motiv des Sinns und des Zwecks des Testaments gemacht hat und seine innere Vorstellung nicht mit dem Text des Testaments insbesondere mit dem objektiven Text des Testaments übereinstimmen.

Ein weiterer Anfechtungsgrund im Einzelnen ist der Erklärungsirrtum. Dieser liegt dann vor, wenn der Erblasser sich verschrieben hat oder irrtümlich eine falsche Erklärung abgegeben hat.

Voraussetzung für die Möglichkeit der Anfechtung wegen Erklärungs- oder Inhaltsirrtum nach § 2078 I BGB ist natürlich, dass diese Fehler kausal für das fehlerhafte Testament sind.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass es für die Bewertung des Richters nicht auf die Anschauung des potentiellen Erben ankommt, sondern entscheidend ist die subjektive Denk- und Anschauungsweise desjenigen, der ein Testament errichtet.

Motivirrtum

Nach § 2078 II BGB kann der Erblasser ein Testament annehmen, wenn es deswegen entstanden ist, weil er eine Annahme des Eintrittes eines Umstandes hatte.

Auch vergangene, gegenwärtige oder zukünftige Zustände als mögliche Bezugspunkte können hier eine Rolle spielen.

Auch hier muss wieder ein Motivirrtum kausal für das fehlerhafte Testament sein.

Ein weiterer ganz wesentlicher Fall für die Anfechtung von Testamenten liegt bei widerrechtlicher Drohung gem. § 2078 II BGB vor. Nach § 2079 BGB kann ein Testament auch angefochten werden, wenn ein Pflichtteilsberechtigter übergangen wurde und der Erblasser dies gar nicht gemerkt hat oder durch eine spätere Geburt oder durch die spätere Eheschließung der Pflichtteilsberechtigte letztendlich entstanden ist.

Hier muss auch die tatsächlich eingetretene Handlung nicht kausal sein, sondern allein die Vermutung, dass der Testierende ein anderes Testament gemacht hätte, ist ausreichend.

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