Erblasser fühlte sich bedroht

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Eine interessante Entscheidung hat der Bundesgerichtshof am 04.07.1990 gefällt. In diesem Fall wurde eine Schenkung an einen Erbschleicher deswegen als unwirksam angesehen, weil die Erblasserin sich seinerzeit besonders unsicher und bedroht fühlte.

Der Bundesgerichtshof führt bei dieser Entscheidung aus, dass bei Würdigung ihres hohen Alters ihre Persönlichkeitsstruktur und ihre Lebensumstände Geldgeschäfte in der vorgenommen Art als zu tieft unanständig empfunden wurden. Völlig offen ließ der BGH die Frage nach der Gesinnung des Erbschleichers. Entscheidend für den BGH war, dass der Erbschleicher die Umstände kannte, aus denen die Sittenwidrigkeit der Schenkung offensichtlich zu Tage trat. Diese Entscheidung sollte für Geschädigte ein wichtiger Anlass sein, Rechtsrat einzuholen. Letztendlich kann die Frage, ob diese Entscheidung auf den jeweiligen Erbschleicherfall anwendbar ist, nur von einem Rechtsexperten beantwortet werden, zumal die Entscheidung auch noch weitere sehr deutliche Hinweise auf die Unwirksamkeit derartiger Rechtsgeschäfte gibt.

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