Musterfälle

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Darstellung von Erbschleicher-Fällen

Fall 1: R.-Z.
Hier wird ein Gerichtsverfahren vor dem Nachlassgericht gegen einen Arzt geführt. Dieser hatte über Jahre hinweg einen persönlichen Kontakt zu einer alleinstehenden älteren Dame aufgebaut und diese etwas gegen die nächsten Familienmitglieder aufgebracht. Der Arzt hat sich dann schrittweise in mehreren Testamenten immer mehr begünstigen lassen. Schließlich war es so, dass die ältere Dame an Krebs erkrankte und ohne Aussicht auf Heilung in das Krankenhaus verbracht wurde. Der erbschleichende Arzt trat als behandelnder Arzt auf und ließ die ältere Dame auf dem Krankenhausbett ein neues Testament unterzeichnen, in dem er Alleinerbe wurde. Die ältere Dame wurde dann einen Tag in eine Spezialklinik verbracht und ist dann kurze Zeit später verstorben.

Fall 2: M.
Hier ist die Erbschleicherin eine junge Frau aus dem Ostblock, die sich als Putzhilfe in einen reichen Haushalt eingeschlichen hat. Die Frau hat dem älteren Ehepaar vorgegaukelt, dass sie eine vermögenslose Studentin sei und hat das Vertrauen soweit erhalten, dass sie zwischenzeitlich adoptiert worden ist. Die Verwandten sehen, wie die laufenden Pflege- und Rentengelder abgezogen werden. Auch ist zu befürchten, dass die Erbschleicherin bereits eine Eigentumswohnung von dem älteren und gesundheitlich stark angeschlagenen Ehepaar erhalten hat. Ggf. ist die junge Frau auch als Alleinerbin eingesetzt. Die Erbschleicherin blockiert die Verwandtschaft so, dass kein vernünftiges Gespräch mehr mit dem Ehepaar geführt werden kann.

Fall 3: I.
Hier wurde eine ältere Dame zu einem von vier Söhnen nach Oberbayern verbracht. Ab diesem Zeitpunkt haben die anderen drei Söhne die Mutter über mehrere Jahre letztlich nicht mehr gesehen und gesprochen. Bei Besuchen wurden die Söhne nicht in das Haus gelassen, Telefonanrufe wurden abgeblockt. Unter starker Einflussnahme hat die Mutter dann in kurzer Zeit über 15 Testamente errichtet und zum Teil widerrufen. Es war zu diesem Zeitpunkt bereits eine Demenz vorhanden, die der Erbschleicher ausgenutzt hat. Besonders schwer wiegt die Tatsache, dass er die Mutter dazu gebracht hat, auch den von Geburt an behinderten und betreuungsbedürftigen Lieblingssohn zu enterben.

Fall 4: B.
Hier gibt es zwei konkurrierende Geschwister in Hamburg. Die eine Schwester hat die beiden Eltern für sich vereinnahmt und von der anderen Schwester abgeschottet. Sie hat dann letztlich erreicht, dass die ursprünglichen Testamente aufgehoben worden sind und die erbschleichende Schwester eingesetzt wurde. Weiterhin ist es so, dass ein Testamentsvollstrecker auf Betreiben der Schwester insistiert hat und er die Pflichtteilsansprüche der benachteiligten Schwester beeinträchtigen konnte.

Fall 5: S.
Hier geht es darum, dass die Schwester des Mandanten verstorben ist. Zu Lebzeiten hatte diese Schwester schon sehr viele Probleme, u. a. wegen Depressionen und Alkohol und wurde deshalb bezüglich der Eltern bereits im Erbe eingeschränkt (Vor- und Nacherbschaft). Nunmehr ist diese Schwester verstorben und hat dem Hausarzt, der unserem Mandanten letztlich kaum bekannt ist, Vermögen im Wege eines Erbes zugewendet. Kritisch ist dabei bereits der Umfang der Erbmasse (wegen der Vor- und Nacherbschaft), aber auch, ob die Schwester überhaupt noch testierfähig gewesen ist.

Fall 6: D.
Eine Frau hat als „schwarze Witwe“ einen Professor geheiratet, der durch eine strenge testamentarische Regelung gebunden und zu Lebzeiten bereits als geschäftsunfähig gegolten hat. Die Frau hat erreicht, durch die Heirat Pflichtteilsansprüche bzw. einen Vermächtnisanspruch zu erhalten. Nunmehr wird über den Umfang des Nachlasses gestritten. Kurz nach der Heirat und der Testamentsabfassung hat sich der Professor erschossen.

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