Vorteile für Erbschleicher durch allzu langes Abwarten

Viele Erbschleicher-Fälle werden deshalb brisant, weil die dann Geschädigten (meist die Angehörigen) allzu lange abwarten und keine Rechtsschritte unternehmen. Das Problem besteht darin, dass die Angehörigen meist gar nicht erkennen, dass eine solche Erbschleicherei vorliegt. Ungewöhnliches Verhalten des älteren Menschen wird dadurch erklärt, dass dies eine typische Alterserscheinung, eine Änderung des Lebenswandels oder Folge einer Erkrankung ist. Der Einfluss des Erbschleichers wird unterschätzt. Vielfach erkennen Angehörige erst im Erbfall die Erbschleicher-Situation.

Prof. Dr. Wolfgang Böh, München-Gräfelfing
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Erbrecht
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Erbschleicherei durch Konstruktion von Forderungen

Erbschleichern gelingt es in einigen Fällen immer wieder, ältere Menschen dazu zu bewegen, Forderungen zu “konstruieren”. Diese Forderungen werden dann durch den Erbschleicher später geltend gemacht. Das häufigste Beispiel ist, dass ein älterer Mensch eine Schenkung tätigt, z. B. an einen Abkömmling. Der Erbschleicher überredet den älteren Menschen dann, dass diese Schenkung z. B. aus steuerlichen Gründen anders bezeichnet werden muss, zumeist als “Darlehen”. Dieses Darlehen fordert der Erbschleicher dann später vom Abkömmling zurück.

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Erbschleicherei bei Ausräumen der Wohnung

Eines der häufigsten Erbschleicher-Probleme tritt auf, wenn die Wohnung des Erblassers ausgeräumt wird. Vielfach handeln hier die möglichen Erben nicht richtig und lassen es zu, dass die Erbschleicherperson alleine oder mit Hilfspersonen zuerst die Wohnung öffnet und dann bedeutsame Sachen ausräumt. Im Nachhinein kann dann selten bewiesen werden, welche Gegenstände abhanden gekommen sind. Es gibt Fälle in denen ein Testament verschwindet, Münzsammlungen, Goldbarren, Bargeld, Schmuck, Gemälde entwendet werden oder auch der Safe ausgeräumt wird.

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Erbschleicherei im Nachgang eines Erbfalls

In einem Erbfall kann insbesondere der überlebende Ehegatte mehrere Rechtspositionen haben, insbesondere als Alleinerbe (gesetzlich oder testamentarisch) oder im Rahmen eines Pflichtteilsanspruchs mit einer hohen Quote. Es gibt insoweit auch Erbschleichersituationen, in denen der Erbschleicher (meist ein Abkömmling) den überlebenden Ehegatten dazu überredet, auf diese Rechtsposition zum eigenen Nachteil zu verzichten. Dies geht bei einer Erbenstellung im Wege der Ausschlagung. Bei einem Pflichtteilsanspruch macht der überlebende Ehegatte diesen schuldrechtlichen Anspruch einfach nicht geltend. In beiden Fällen erleidet der Erbschleicher zum Nachteil des überlebenden Ehegatten einen Vermögensvorteil, da er selbst Erbe wird oder keinen Pflichtteil auszahlen muss.

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doppelte Erbschleicherei

Einige Erbschleicher geben sich nicht damit zufrieden, in einem Fall das Erbe zu erhalten. Es gibt einige Sachverhalte, in denen Erbschleicher bei zwei oder mehreren Personen als Erbschleicher auftreten. Der häufigste Fall ist sicherlich, dass ein Erbschleicher beide Eheleute beeinflusst und von sich abhängig macht. Es gibt aber auch Fälle, in denen zum Beispiel ein älterer Herr beeinflusst wird und die Erbschleicher-Person dann auch auf dessen Schwester zugreift und diese zu einem nachteiligen Testament überreden möchte.

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Erbschleicherei mit notarieller Hilfe

Viele Privatpersonen überlegen, wie sie das Risiko der Erbschleicherei begrenzen können. Ein häufig gewähltes Mittel ist ein Ehegattentestament oder ein Erbvertrag,
in dem für beide Seiten bindende Regelungen getroffen werden. Verstirbt dann der eine Teil, kann der andere Teil grundsätzlich nicht mehr (an einen späteren
Erbschleicher) verschenken. Dies ist allerdings dann möglich, wenn für die Schenkung ein sog. billigenswertes Motiv vorliegt. Gerade bei Grundstücksschenkungen kommt
es deshalb häufig vor, dass in einer notariellen Urkunde Regelungen aufgenommen werden, die ein solches billigenswertes Motiv bestätigen, beispielsweise die
Absicherung der eigenen Pflege. Fälle aus der Praxis belegen, dass hier einige Notare viel zu schnell und unkritisch solche Regelungen vorschlagen bzw. übernehmen.

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Erbschleicherei bei hinterlegten Testamenten

Es gibt die Möglichkeit, Originaltestamente beim Amtsgericht (Nachlassgericht) zu hinterlegen. Durch die Rücknahme aus der Hinterlegung wird das Testament unwirksam. Diese Situation birgt ein hohes Risiko, dass ein Erbschleicher ein solches Testament zunichte macht, indem er den Testator dazu bringt, das Originaltestament vom Amtsgericht aus der Hinterlegung zurückzuholen. Zwar ist dies grundsätzlich nicht möglich, wenn der Testator nicht mehr testierfähig ist. Dies kann aber beim Amtsgericht meistens nicht ausreichend geprüft werden. Ist das Originaltestament auf diesem Wege zunicht gemacht, hat der Erbschleicher mehr Handlungsfreiheit.

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doppelte Erbschleicherei

Dem Autor sind Fälle bekannt, in denen eine doppelte Erbschleicherei vorliegt und zwei Erbfälle ineinander verwoben sind. Häufig betrifft das ältere Ehepaare, bei denen beide Eheleute gesundheitlich angeschlagen sind. In einer solchen Situation kann ein Erbschleicher dazu motiviert sein, beide Eheleute zu beeinflussen. Es gibt beispielsweise einen Fall, in dem eine junge Frau als Putzhilfe bei einem älteren Ehepaar war und der Ehemann (über 80 Jahre) sie auf seinem Schoss sitzen ließ und ihr sexuell hörig war. Er war zu einer freien Willensbildung nicht mehr in der Lage. Die Ehefrau erlebte diese Vorgänge mit, konnte sich aber nicht mehr wehren, weil sie geistig und körperlich so stark abgebaut hatte, dass sie handlungsunfähig war.

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Erberschleichung durch junge Menschen

In vielen Fällen gibt es bestimmte Konstellationen bei denen eine Erberschleichung aufgrund einer verwandtschaftlichen Beziehung oder einem tatsächlichen Abhängigkeitsverhältnis besteht. Eine besondere Situation der Erberschleichung gibt es auch in solchen Fällen, in denen ältere Menschen alleinstehend sind und sich einen jungen Ansprechpartner wünschen. Der Altersunterschied ist in solchen Fällen aus mehreren Gründen bedeutsam. Zum einen sehen die älteren Menschen in der jungen Person einen Kind- bzw. Enkelersatz. Andererseits gibt es oft die Überlegung, dass gerade eine junge Person altersmäßig länger in der Lage ist, die Pflege zu Lebzeiten oder die Grabpflege nach dem Tod zu übernehmen. Wenn solche jungen Personen dann in unzulässiger Art und Weise auf die Willensbildung des älteren Menschen einwirken, kann es zu einer Erberschleichung kommen.

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Erbschleicherei mittels Versprechungen im Rahmen der Bestattungsfürsorge

Uns sind mehrere Fälle bekannt, in denen Erbschleicher-Personen ältere Menschen dazu gebracht haben, ihnen Vollmachten zu geben bzw. Testamente zu ihren Gunsten auszustellen. Hintergrund war jeweils die Angst des älteren Menschen, dass seine Bestattung bzw. die spätere Grabpflege nicht ordnungsgemäß durchgeführt wird. Die Erbschleicher-Person sichert dann zu, die Bestattung wunschgemäß durchzuführen und die spätere Grabpflege zu verantworten. Vielfach lässt sich die Erbschleicher-Person mit einer Vollmacht ausstatten bzw. erhält Zuwendungen im Rahmen eines Testaments. Ob die Erbschleicher-Person dann tatsächlich die Versprechen einlöst, bleibt offen und wird nicht kontrolliert. Vielfach erfolgt dies nicht. So sind uns Fälle bekannt, in denen trotz einer gewünschten Bestattung im Familiengrab eine “billigere” Feuerbestattung durchgeführt wird, um dem Nachlass und damit der Erbschleicher-Person Kosten zu sparen.

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