Testierunfähigkeit – unzulässige Beeinflussung

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Folgende Kriterien weisen deutlich auf unzulässigen Einfluss verbunden mit dritten Personen auf den Erbschleicher hin. Diese Einflussnahme kann so gravierend sein, dass der Erbschleicher nicht in der Lage ist, das Testament ordnungsgemäß zu richten. Folgende Kriterien sind hier erste Alarmzeichen:

a) Die Abspaltung und Isolation der eingeschränkten Person (Erblasser), sodass der Kontakt mit der Außenwelt gehemmt ist (z.B. Telefonnummern werden geändert oder das Telefon wird abgemeldet oder der Helfer des Betreuers schränkt die entsprechenden Kontakte ein). Wichtig in dem Zusammenhang ist –auch für den Richter- dass ein deutlicher Hinweis auf Erbschleicherei und unzulässige Beeinflussung gegeben sein kann, wenn die betroffene Person, die das Testament errichten soll, in einem Haus wohnt, das nach außen so verdunkelt wurde, dass man glaubt, dass keiner anwesend ist.

b) Ein weiterer Hinweis ist die Abschottung der betroffenen Person vor Familienmitgliedern oder Freunden. Auf einmal will der Erblasser die betroffenen Personen nicht mehr sehen.

c) Weiter ist deutlicher Einfluss auf den Erblasser dann gegeben, wenn der Pfleger den Kontakt zu Dritten verhindert oder abschirmt oder bei jeglichen Gesprächen immer anwesend ist. Hierbei ist es egal, ob der Pfleger bezahlt wurde oder ein Familienmitglied ist. Der Pfleger kann auch Freund und Nachbar oder ein entferntes Familienmitglied sein. Derartige Personen versuchen, ein Vertrauen aufzubauen, damit sie den Erblasser zur Änderung des Testaments bewegen könnten. In einem solchen Fall liegt eine unzulässige Einflussnahme vor.

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