Erbschleicherei und Strafrecht

Opfer von Erbschleicherei denken häufig, dass der beste Schritt eine Strafanzeige ist. Leider ist Erbschleicherei per se in Deutschland nicht strafbar, sodass es zum Problem kommen kann, dass das Strafverfahren eingestellt wird. Dann erhält der Erbschleicher einen „Persilschein“ und kann sich auf die Straflosigkeit berufen. Es sollte also vorab gut überlegt sein, ob man strafrechtliche Schritte erfolgreich durchsetzen kann.

Erbschleicherei bei schlechten Verträgen

Insbesondere innerhalb der Familie gibt es kaum richtige vertragliche Grundlagen, beispielsweise bei der Mithilfe im Betrieb, bei der Pflege oder bei anderweitigen Hilfeleistungen. Die Familie hilft im Vertrauen darauf, dass diese Hilfe später durch das Erbe kompensiert wird. Hier kann dann ein Erbschleicher erheblichen Schaden anrichten, wenn er das Erbe erhält und die Familie ohne vertragliche Grundlage keinen Ersatzanspruch hat.

doppelte Erbschleicherei

Es gibt auch Fälle, in denen es mehrere Erbschleicher gibt, die unabhängig voneinander aktiv sind. Gerade wenn eine ältere Person allein stehend ist und sich ein Umfeld von „Helfern“ entwickelt hat, können solche Helfer jeweils unabhängig voneinander versuchen, sich Vermögensvorteile zu verschaffen.

Alte Freundinnen als Erbschleicher

Uns sind mehrere Fälle bekannt, in denen es älteren Damen gelingt, sich Vermögensvorteile dadurch zu verschaffen, dass sie einen älteren Mann beeinflussen. Diese Fälle haben gemeinsam, dass eine lange zurück liegende Beziehung zurück liegt und sich beide Seiten aus den Augen verloren haben. Dann tauchen nach Jahrzehnten die älteren Damen auf und schaffen es, den älteren Mann auf ihre Seite […..]
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Vorteile für Erbschleicher bei Fehlern im Nachlassverfahren

Die Reichweite der Tätigkeit der Amtsgerichte in Nachlassverfahren ist unterschiedlich. So gab es beispielsweise über längere Zeit in Baden-Württemberg eine Zuständigkeit des Notars als Nachlassrichter, in anderen Bundesländern gab es keine automatische Erbenermittlung durch das Nachlassgericht. Dies hatte zur Folge, dass manchmal gesetzliche Erben überhaupt keine Kenntnis vom Erbfall erlangt haben und Erbschleicher, die sich als Testamentserbe ausgeben konnten und […..]
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Erbschleicherei und Zufallsbekanntschaften

Es gibt unterschiedliche Situationen, wie ein Erbschleicher das Opfer kennen lernt. In einigen Fällen handelt es sich um bloße Zufallsbekanntschaften, die dann durch den Erbschleicher intensiviert werden. Wir kennen Fälle, in denen der Erbschleicher die betroffene Person im Supermarkt, im Café, in der Fußgängerzone, im Urlaub, in der Therme oder in einer Behinderteneinrichtung anspricht und „einfängt“.

Erbschleicherei bei Vor- und Nacherbschaft

Die Möglichkeit der Vor- und Nacherbschaft wird manchmal durch einen Erblasser gewählt, damit minderjährige Kinder als Nacherben zu einem späteren Zeitpunkt den Nachlass erhalten. Solange aber die Vorerbschaft besteht, haben die Kinder keinen Einfluss auf den Nachlass. Ist der Vorerbe ein Erbschleicher, so kann er die Kinder schädigen.

Erbschleicherei bei notariellem Vertrag und mündlichen Nebenabsprachen

Notarielle Verträge werden von Seiten des Notars gemäß den Vorgaben der Parteien vorbereitet und ausgeführt. In einer Erbschleicher-Situation ist es meistens so, dass der Erbschleicher die Vertragsinhalte kommuniziert. Häufig gibt es mündliche Nebenabreden zwischen dem Erbschleicher und der betroffenen Person, auf die die betroffene Person vertraut. Diese sind natürlich nicht Teil des notariellen Vertrages. Wenn dieser dann abgeschlossen ist, kann […..]
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