Erbschleicherei und Aushöhlung des Nachlasses

Selbst wenn die Familie erbt, bedeutet dies noch nicht, dass kein Schaden entstanden ist. Denn Erben können vielfältig dadurch geschädigt werden, dass der Erbschleicher den Nachlass aushöhlt: Beispiele sind, dass der Erbschleicher sich konstruierte Forderungen (Darlehen) vom Erblasser hat bestätigen lassen oder dass der Erbschleicher an wesentlichen Nachlassteilen einen Nießbrauch erhält.

Erbschleicherei bei tatsächlicher Abhängigkeit

In Erbschleicher-Fällen gibt es regelmäßig Konstellationen, in denen Personen, bei denen gegenüber einer betroffenen Person schon lange Zeit ein Abhängigkeitsverhältnis besteht, irgendwann die üblichen Grenzen überschreiten und dieses Abhängigkeitsverhältnis nutzen, um sich Vermögensvorteile sichern. Eine typische Konstellation ist ein Familienkomplex, bei dem beispielsweise ein Kind im Betrieb oder auf einem landwirtschaftlichen Hof mitarbeitet und zu den Eltern ein Näheverhältnis besteht, […..]
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Erbschleicherei und Kontaktverbote

Ein deutliches Indiz für eine Erbschleicher-Situation sind oftmals Kontaktverbote, die gegenüber Familienangehörigen ausgesprochen werden. In vielen Fällen ist es so, dass die Familienangehörigen keinen persönlichen, brieflichen oder telefonischen Kontakt mehr erhalten, die betroffene Person hat kein Telefon mehr und der Erbschleicher liest und entnimmt die Post. Der betroffenen Person wird eingeredet, dass die Familie nicht mehr kommen möchte und hierdurch […..]
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Erbschleicherei und Strafrecht

Opfer von Erbschleicherei suchen häufig den Weg zur Polizei und Staatsanwaltschaft. Das Problem dabei ist, dass es sich hierbei um keine konkrete Straftat handelt, sondern nur in bestimmten Fällen Straftaten erfüllt sein können (Betrug, Untreue, Urkundenunterdrückung, Urkundenfälschung, Körperverletzung, Nötigung). Meistens führt der richtige Rechtsweg vor die Zivilgerichte.

Erbschleicherei und Folgewirkungen nach dem Erbfall

Selbst wenn sich die Erbschleicher-Person im konkreten Fall nicht abschließend durchsetzen kann, beispielsweise, weil eine Testierunfähigkeit festgestellt werden konnte, müssen geschädigte Familienangehörige regelmäßig mit nachteiligen Folgewirkungen kämpfen. Ein Beispiel sind nachteilig abgeschlossene Pachtverträge, die der Erbschleicher noch veranlasst hat. Solche Pachtverträge sind nur schwer aufzulösen und die Familie bleibt an die Verträge in vielen Fällen gebunden.

Erbschleicherei und Aufwendungsersatz

Wenn es einem Erbschleicher nicht gelingt, ein für sich günstiges Testament zu erhalten, gibt es noch andere Wege, sich einen Vermögensvorteil zu sichern. Eine Möglichkeit ist, dass der Erbschleicher nach dem Erbfall behauptet, dass er die Erblasser-Person umfassend gepflegt und betreut hat und für seine Aufwendungen Ersatz verlangt (für seine Arbeitszeit und Unkosten).

Erbschleicherei: Abwägen zwischen Erb- und Pflichtteil

Erbschleicher schaffen es in bestimmten Fällen, den Betroffenen zu Testamenten zu überreden, die erbrechtliche Nachteile für die Familie haben. Im Erbfall muss die Familie dann sehr sorgfältig prüfen lassen, ob man das nachteilige Testament akzeptiert, Pflichtteilsansprüche geltend macht und ggf. parallel das Testament gerichtlich angreift.

Erbschleicherei und Prozessfinanzierungsunternehmen

Das Vorgehen gegen Erbschleicher kann bei hohen Streitwerten kostspielig sein. In einer solchen Konstellation kann es sinnvoll sein, die Unterstützung eines Prozessfinanzierungsunternehmens in Anspruch zu nehmen. Hierzu bedarf es allerdings einer sorgfältigen, rechtlichen Aufbereitung des Streitfalles, damit eine Kostenmäßige Unterstützung realistisch ist.

Erbschleicherei: „Gefälligkeitsatteste“ bei notarieller Beurkundung

Steht eine Geschäfts- oder Testierunfähigkeit im Raum, so empfiehlt ein Rechtsberater seinem Mandanten, diese medizinische Fragestellung von einem Arzt vorab klären zu lassen. Dies veranlasst in bestimmten Fällen auch ein Notar. Grundsätzlich ist es also positiv, wenn der Gesundheitszustand geprüft wird. Allerdings gibt es einige Fälle, in denen Erbschleicher das Risiko, dass ein Rechtsgeschäft nachträglich angegriffen wird, dadurch ausschließen wollen, […..]
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Erbschleicherei: der Erbfall als Zäsur

Häufig wird eine Erbschleicherei schon zu Lebzeiten erkannt und von der Familie angegriffen. Dabei sollte man sich immer bewusst machen, dass ein Erbfall, der auch plötzlich eintreten kann, eine Zäsur darstellt und die Situation drastisch ändert. Hierauf sollte man sich zu Lebzeiten bereits vorbereiten, damit man handlungsschnell reagieren kann: beispielsweise mit Blick auf den Widerruf von bestehenden Vorsorgevollmachten, der Kontaktaufnahme […..]
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