Artikel unter 'Beeinflussung'

Erbschleicher – Isolierung

Ein typischer Trick der Erbschleicher ist, dass sie den potentiellen Erblasser von der Außenwelt isolieren. Dies fängt meistens schon bei Telefongesprächen an. Die Telefongespräche werden oft deswegen in einer komischen Form geführt, weil der potentielle Erbschleicher daneben steht und dem älteren Menschen zuhört. Meist fängt es damit an, dass die Telefongespräche immer kürzer werden oder eines Tages ganz aufhören und der Erbschleicher ans Telefon geht und sagt, der Erblasser ist krank und kann nicht ans Telefon gehen. Gegebenenfalls muss man mit einem Besuchsverbot bzw. einer einstweiligen Verfügung als Notmaßnahmen arbeiten, damit der Erbschleicher den Erblasser nicht mehr besuchen kann.

Zeigen sich derartige Anzeichen, so sollte sofort ein Expertenrat herbeigeholt werden und zwar von Rechtsexperten, die in der Praxis derartige Fälle bearbeiten. Gegebenenfalls muss man mit Besuchsverbot, Hausverbot und einstweiligen Verfügungen – eine Notmaßnahme, die durch das Gericht angeordnet werden kann arbeiten – damit der Erbschleicher den Erblasser nicht mehr besuchen kann.

Wir kennen sehr sehr viele Fälle, bei denen ein sofortiges Haus- und Besuchsverbot mit der Konsequenz einer Strafanzeige bei wiederholten Besuchen schon geholfen hat.

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Erbschleicher – Besuchsverbot

Wenn ein potentieller Erbe oder Angehöriger bemerkt, dass ein Erbschleicher sich an einen älteren Menschen herangeschlichen hat, dann ist es an sich bereits meist zu spät bzw. sollte sofort ein Expertenrat eingeholt werden und zwar durch einen Experten, der derartige Fälle in der Praxis bearbeitet und auch die Durchsetzung kennt. Man sollte in einem derartigen Fall entweder sofort ein Besuchsverbot durchsetzen mit der entsprechenden Konsequenz der Androhung einer Strafanzeige, falls gegen das Haus- und Besuchsverbot verstoßen wird. Hier empfiehlt sich, den Experten selbst mitzunehmen, der dem Erbschleicher klar macht, dass bei einem nochmaligen Verstoß gegen das Besuchsverbot er sich strafbar macht und eine Strafanzeige erhält. Es besteht auch die Möglichkeit, zivilrechtlich gegen den Erbschleicher notfalls im Rahmen eines Schnellverfahrens vorzugehen, gemeint ist hier der Weg einer einstweiligen Verfügung. Allerdings sollte auch hier ein Expertenrat hinzugezogen werden, damit man in derartigen Fällen keine taktischen oder rechtlichen Fehler macht.

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Erbschleicherei – Urlaubsreisen

Immer wieder werden uns Erbschleicherfälle bekannt, die dadurch eintreten, dass der Erbschleicher die älteren Menschen auf lange Urlaubsreisen mitnimmt bzw. ganz ins Ausland verbringt, wie der Fall Luxi, der deutschlandweit bekannt wurde, gezeigt hat.

Meist ist es für die Erben schon zu spät, wenn Sie merken, dass der Erbschleicher den potentiellen Erblasser auf eine längere Urlaubsreise mitgenommen hat, um ihn entsprechend zu bearbeiten, dass das Testament geändert wird. Problematisch ist in einem derartigen Fall auch die Vorsorgevollmacht, weil die Frage sodann auftaucht, ob diese in dem fremden Land überhaupt wirksam ist. Vielfach werden hier die Regelungen in der Vorsorgevollmacht, die notwendig sind, übersehen, weil man eine entsprechende rechtliche Beratung einspannen will.

In derartigen fällen empfiehlt sich eine entsprechende Regelung in der Vorsorgevollmacht.

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Erbschleicherei – Urlaubsreisen

Wir kennen zwischenzeitlich viele Erbschleicherfälle, die damit anfingen, dass der Erbschleicher längere Zeit auf Urlaub gehen wollte.
Ein ganz dreister Fall ist in München bekannt geworden. Eine ältere Dame plante eine Urlaubsreise. Eine Erbschleicherin kam sie besuchen, nachdem sie sie in einer teuren Reha-Einrichtung kennen gelernt hatte und bot ihr auf einmal an, die geplante Urlaubsreise mit zu machen. Bei einer derartigen Situation müssten die Angehörigen oder potentiellen Erben an sich schon hellhörig werden, weil Urlaubsreisen – auch längere Urlaubsreisen – bedeuten, dass der Erbschleicher den Erblasser nur isolieren will, um an das Testament zu kommen.

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Was tun bei Erbschleicherei?

Selbst eine gute Vorsorge im Rahmen einer Standardrechtsberatung schützt häufig nicht vor einer Erbschleicherei. Typischerweise denken insbesondere Eheleute, sich mit einem Ehegattentestamet (meist “Berliner Testament”) abzusichern und den überlebenden Partner zu binden. Tatsächlich darf dieser kein neues Testament mehr erstellen. Lebzeitig kann er aber dennoch in Grenzen frei verfügen. Häufig erlebt der Autor als Rechtsexperte in diesem Bereich Fälle, in denen der überlebende Ehegatte einen neuen Partner bzw. eine neue Partnerin kennenlernt und diese Person dann als Erbschleicher auftritt. Es wird dann versucht, das ursprüngliche Ehegattentestament auszuhebeln, das häufig die Kinder aus der Ehe oder nahe Verwandte letztbegünstigt. Dies gelingt Erbschleichern auf vielfältige Art und Weise und beginnt meistens damit, dass der überlebende Ehegatte von der Familie isoliert wird. Besuche und Telefonkontakte werden unterbunden. Die Verwandtschaft wird schlecht geredet. Meistens ist der überlebende Ehegatte gesundheitlich angeschlagen und von dem neuen Ansprechpartner abhängig und stellt diesem eine Vorsorgevollmacht aus. Damit wird dann das Vermögen wegübertragen und verschoben. Ggf. folgt dann noch eine Heirat, um ein gesetzliches Erbrecht bzw. jedenfalls einen Pflichtteilsanspruch für die Erbschleicherperson zu schaffen. In all diesen Fällen muss die Familie sofort reagieren und konkrete Maßnahme einleiten, um die Erberschleicherung zu begrenzen.

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Erbschleicherei – psychologischer oder finanzieller Missbrauch

Basis der Erbschleicherei ist immer ein psychologischer oder finanzieller /materieller Missbrauch.

Psychologischer Missbrauch schließt den emotionalen Missbrauch, Bedrohung mit Schaden oder Verlassen, Beendigung des Kontakts, Beleidigung, Vorwürfe, Kontrolle, Einschüchterung, Zwang, Schikane, verbalen Missbrauch und Isolation ein.

Ein finanzieller oder materieller Missbrauch:
Schließt Diebstahl, Betrug, Ausbeutung, Willensbeeinflussung, Finanzgeschäfte, Übertragung von Eigentum oder Erbe, den Missbrauch oder die Enteignung von Eigentum, Besitz oder Gewinn ein.

Ein weiterer Missbrauchstatbestand liegt in der Vernachlässigung oder im Unterlassen:
Dies schließt die Nichtgabe von Medikamenten oder physischer Hilfe, das Versagen von Zugang zu angemessenen Gesundheitsleistungen, zum Sozialwesen oder Bildungsangeboten, das Vorenthalten von Lebensbedürfnissen wie Medikamente, angemessene Ernährung und Heizung ein.

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Testierunfähigkeit – unzulässige Beeinflussung

Folgende Kriterien weisen deutlich auf unzulässigen Einfluss verbunden mit dritten Personen auf den Erbschleicher hin. Diese Einflussnahme kann so gravierend sein, dass der Erbschleicher nicht in der Lage ist, das Testament ordnungsgemäß zu richten. Folgende Kriterien sind hier erste Alarmzeichen:

a) Die Abspaltung und Isolation der eingeschränkten Person (Erblasser), sodass der Kontakt mit der Außenwelt gehemmt ist (z.B. Telefonnummern werden geändert oder das Telefon wird abgemeldet oder der Helfer des Betreuers schränkt die entsprechenden Kontakte ein). Wichtig in dem Zusammenhang ist –auch für den Richter- dass ein deutlicher Hinweis auf Erbschleicherei und unzulässige Beeinflussung gegeben sein kann, wenn die betroffene Person, die das Testament errichten soll, in einem Haus wohnt, das nach außen so verdunkelt wurde, dass man glaubt, dass keiner anwesend ist.

b) Ein weiterer Hinweis ist die Abschottung der betroffenen Person vor Familienmitgliedern oder Freunden. Auf einmal will der Erblasser die betroffenen Personen nicht mehr sehen.

c) Weiter ist deutlicher Einfluss auf den Erblasser dann gegeben, wenn der Pfleger den Kontakt zu Dritten verhindert oder abschirmt oder bei jeglichen Gesprächen immer anwesend ist. Hierbei ist es egal, ob der Pfleger bezahlt wurde oder ein Familienmitglied ist. Der Pfleger kann auch Freund und Nachbar oder ein entferntes Familienmitglied sein. Derartige Personen versuchen, ein Vertrauen aufzubauen, damit sie den Erblasser zur Änderung des Testaments bewegen könnten. In einem solchen Fall liegt eine unzulässige Einflussnahme vor.

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Erbschleicher – Beeinflussbarkeit

In vielen Erbschleicherfällen ist von den betrogenen Erben im Rechtsstreit darzulegen, ob bei dem Betroffenen eine pathologische Suggestibilität vorlag. Im Rahmen dieser Untersuchung ist auch zu überprüfen, welche Vorteile der Erbschleicher durch das in Frage stehende Restgeschäft erhält.

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Erbschleicher – Willensbeeinflussung

In den Vereinigten Staaten ist die Beeinflussung des Willens alter Menschen unter Strafe gestellt worden bzw. man kann in einem derartigen Verfahren die Strafrechtliche Verurteilung erreichen. In Deutschland ist diese rechtswidrige Willensbeeinflussung bisher wissenschaftlich kaum erforscht. Leider ist sie auch bei vielen Richtern und sonstigen Prozessbeteiligten weitgehend unbekannt. Die rechtswidrige Willensbeeinträchtigung oder –beeinflussung liegt immer dann vor, wenn eine Person versucht, sich durch Manipulation des Willens des alten Menschen das Vermögen dessen vor seinem Ableben oder über ein Testament an sich zu reißen. Es kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden, dass schon beim ersten Anzeichen die Alarmglocken schrillen sollten. Es empfiehlt sich hier, alle Personen, die in irgendeiner Weise mit dem Betroffenen zusammen gekommen sind, namentlich aufzunehmen. Dies gilt insbesondere für Krankenhäuser und Pflegeanstalten, da oftmals dort das Pflegepersonal ständig wechselt, da diese in einem etwaigen Erbschleicherverfahren als Zeugen genannt werden müssen.

Nähere Hinweise können Sie auch direkt über die Stiftung erfahren bzw. die Stiftung ist gerne bereit, Ihnen hier eine Hilfestellung zu leisten.

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Erbschleicher – Beeinflussung unzulässig

In der Praxis ist weitgehend unbekannt, wie man im Rahmen der Überprüfung der Beeinflussung von Erblassern vorgeht. Es gibt Gerichtsverfahren, bei denen die Gerichte erst die Beeinflussung geprüft haben und dann die Testierfähigkeit. Zur Systematik muss darauf verwiesen werden, dass ein Testierunfähiger auch nicht beeinflusst werden kann. Es muss deswegen erst die Testierunfähigkeit und dann die Beeinflussung geprüft werden. Dies ist weltweite Rechtsprechung und gilt auch in den Commonwealth Countries wie Australien, Großbritannien, Kanada und in den USA. Auch die Anwälte, die derartige Fälle bearbeiten, gehen oft fehlerhaft vor und akzeptieren, dass die Testierunfähigkeit und die Beeinflussung auf gleicher Ebene geprüft werden.

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